Merinoschafe Herde auf einer grünen Weide

Nachteile von Merinowolle

… darauf solltest du beim Kauf achten

Merino ist eine bekannte Wollart, die von Schafen gewonnen wird. Ihren Ursprung haben Merinoschafe in Spanien, heute sind Australien und Neuseeland die größten Merinowolle Produzenten der Welt. Die großen Weidenflächen und klimatischen Bedingungen dort sind ideal für die Merinoschafzucht.

Die Wolle von Merinoschafen verfügt über vielseitige positive Eigenschaften, die sie beliebt für Naturfasern Kleidung und Accessoires macht. Besonders bekannt ist Merino für wärmende Basisschichten wie T-Shirts und Unterwäsche sowie als Sportbekleidung für Outdoor-Aktivitäten und Wintersport. Für warme Mützen und Fleecejacken eignet sich die Wolle hervorragend, die sie nicht nur wärmt, sondern zugleich auch beste Atmungsaktivität bietet. Dasselbe gilt für atmungsaktive Socken wie Wander- und Sportsocken, bei denen Merino höchsten Komfort bietet.

Kurz und knapp

Das sind die Vorteile von Merinowolle

Bevor wir uns den Nachteilen von Merinowolle widmen, hier ein Überblick zu den positiven Eigenschaften der flauschigen Wollart:

  • Wärmend und weich: Merino Fasern habe eine feine Struktur, weshalb sie sich angenehm auf der Haut anfühlt und grundsätzlich zu den nicht kratzigen Wollarten zählt. Aufgrund ihrer Weichheit eignet sie sich ideal für hautnahe Textilien wie Thermounterwäsche oder Socken.
  • Feuchtigkeitsmanagement: Aufgrund dieses Vorteils ist Merinowolle besonders für funktionale Outdoor-Kleidung begehrt. Sie kann bis zu 30% ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen. Somit hält sie die Haut trocken und verursacht kein durch Nässe hervorgerufenes Kälteempfinden.
  • Atmungsaktivität: Merino zählt zu den Wollarten mit bester Atmungsaktivität. Sie transportiert Feuchtigkeit von der Haut weg und sorgt für eine schnelle Verdunstung auf der Oberfläche.
  • Temperaturregulierung: Die Wolle von Merinoschafen verfügt über beste isolierende Eigenschaften, was bedeutet, dass sie sich der Außentemperatur anpasst. Sie wärmt, wenn es kalt ist und wirkt angenehm kühlend, wenn es warm ist. Somit eignet sie sich einerseits für Socken für kalte Füße sowie Socken bei Schweißfüßen.
  • Geruchsneutralität: Merinowolle verfügt über antibakterielle Moleküle, die geruchsbildende Bakterien hemmen. Du kannst Merino Kleidung also seltener waschen, ohne dass sich Gerüche festsetzen.
  • Elastizität und UV-Schutz: Merinowolle ist dehnbar, elastisch und knitterfrei. Sie ist schnell an- und ausgezogen und verliert auch nach vielen Jahren ihre Form nicht. Bei Shirts und Kopfbedeckungen ist der natürliche UV-Schutz ein zusätzlicher Pluspunkt.
  • Nachhaltigkeit: Merinowolle als Naturfaser ist biologisch abbaubar. Anders als synthetische Stoffe wie Polyester, die zusätzlich auch Mikroplastik enthalten. Allerdings gibt es in Sachen Nachhaltigkeit Kritik zu Merinowolle, die wir in den folgenden Abschnitten erläutern.
Schafwolle nah, ungeeignet für Wollwachs Allergiker

Die 5 Nachteile von Merinowolle im Check

Die vielen Vorteile von Merinowolle versprechen höchsten Tragekomfort und ein qualitativ hochwertiges Kleidungsstück, dass über viele Jahre getragen werden kann. Doch es gibt auch Nachteile, die wir dir nicht vorenthalten möchten.

#1 Anfällig für Abnutzung

Einerseits ist Merinowolle zwar elastisch und formbeständig, doch reagiert sie gleichzeitig empfindlich auf Reibung, Feuchtigkeit und Hitze. Bei intensiver Nutzung und häufigem Waschen kann sie sich schneller abnutzen und bei Pullovern kann Pilling auftreten, gemeint sind damit kleine Knötchen auf der Textiloberfläche. Aus diesem Grund setzen viele Hersteller auf Materialmischungen wie Merino und Synthetik anstatt auf 100% reine Merinowolle Kleidung. Wir empfehlen dir auf die Qualität der Wolle zu achten und vermeidlich günstige Merinowolle-Textilien zu meiden, da niedrigere Wollqualität besonders anfällig für Pilling ist.

#2 Lanolin kann Allergien verursachen

Zwar ist Merinowolle eine weiche Wollart, doch enthält sie auch Lanolin, was bei Allergikern zu Wollwachs Allergien wie Hautrötungen führen kann. Im Vergleich zu anderen Schafrassen produzieren Merinoschafe allerdings weniger Lanolin.

Frau niest und hält sich die Hand vor die Nase

#3 Höherer Pflegeaufwand

Merinowolle ist aufwendiger in der Pflege als synthetische Stoffe, doch dafür setzt du auf ein Naturfasern Produkt mit besonderen natürlichen Eigenschaften. Merino Kleidung kann per Handwäsche oder im schonenden Maschinenwaschgang gereinigt werden. Achte auf niedrige Temperaturen bis maximal 30 Grad Celsius und eine geringe Schleuderzahl, da ansonsten Schrumpfungen und Verfilzungen auftreten können. Merinowolle kann nicht in den Trockner gegeben werden, sondern muss flach aufliegend an der frischen Luft getrocknet werden. Um vollständig zu trocknen, benötigt sie länger als synthetische Fasern oder andere Wollarten.

#4 Anfällig für Motten

Wolle ist grundsätzlich mottenanfällig. Um dies zu vermeiden, sollten Kleidungsstücke ordnungsgemäß im Kleiderschrank gelagert werden und zusätzlich Mottenschutz wie Lavendel beigelegt werden.

#5 Höherer Preis

Merinowolle ist teurer als viele andere Wollarten und synthetische Fasern, doch sehen wir dies nicht wirklich als Nachteil an, da man dafür ein hochwertiges Naturfasern Produkt erhält.

Umweltfreundlichkeit von Merinowolle Pros und Contras

Als Naturfaser ist Merino grundsätzlich umweltfreundlicher als viele synthetische Fasern, da es sich bei Wolle um eine erneuerbare Ressource handelt, die nachwächst und wie bereits erwähnt biologisch abbaubar ist. Die hohe Qualität von Merinowolle gewährleistet eine hohe Langlebigkeit, was den ökologischen Fußbadruck verringert. Wo liegen nun die Contras in Sachen Umwelt bei Merinowolle?

Versteppte, kahle Landschaft aufgrund der Überweidung mit Kaschmirziegen

Da die Wolle weltweit beliebt ist, wird die Produktion entsprechend erweitert, was zu Überweidung führen kann und die Bodengesundheit nachhaltig beeinträchtigt. Auch kann die Haltung der Merinoschafe erhebliche Wassermengen erfordern, besonders in wasserarmen Regionen ist dies nachteilig für die Umwelt. Wie bei sämtlichen Tieren produzieren auch Schafe das Treibhausgas Methan, was zur Belastung des Klimas beiträgt.

Diesen Effekten in der Produktion von Merinowolle ist man sich bewusst, weshalb immer häufiger auf nachhaltige Landwirtschaftsmethoden und Zertifizierungen als Orientierung für Käufer gesetzt wird. Unter den richtigen Bedingungen ist Merinowolle eine umweltfreundliche Option, doch für Verbraucher bleibt es schwierig die Lieferkette nachzuverfolgen.

Häufigster Kritikpunkt

Tierwohl bei Merinowolle

Wie viele andere Wollarten, steht auch Merino in Sachen Tierschutz zunehmend in der Kritik und Käufer wünschen sich Orientierung für Wolle ohne Tierquälerei. Merinoschafe sind gezüchtet, ihnen wurde bewusst über Jahrhunderte eine faltige Haut angezüchtet, sodass man mehr Wolle pro Tier gewinnt. Zwar bringt dieser Umstand den Farmern mehr Ertrag, doch sind diese Falten auch ein guter Nistplatz für Fliegen, sogenannte Sheep Blowflies. Fliegen legen ihre Eier bevorzugt in den Falten der Hinterteile der Schafe ab, da sie schlechter belüftet sind, was zu Erkrankungen und auch zum Tod der Tiere führen kann. Auf dieses Problem haben die Menschen reagiert und die sehr umstrittene Mulesing Methode eingeführt, bei der die Hautlappen am Hinterteil der Schafe entfernt werden. Konkret werden dabei etwa 5 – 7 Zentimeter große Hautlappen um den Schwanz des Schafs entfernt. Häufig ohne Betäubung, was den Tieren Schmerzen zufügt. Auch bleibt dadurch eine offene Wunde zurück, der Heilungsprozess ist oft schmerzhaft und langwierig.

Merinoschaf im Freien

Als die Mulesing Praktik publik wurde, haben viele Käufer sich von Merinowolle distanziert, weshalb die Industrie gezwungen war tätig zu werden. Verbraucher finden heute Informationen wie mulesingfreie Wolle und Zertifizierungen für eine artgerechte Haltung der Merinoschafe ohne Mulesing und mit ausreichend Weideplatz und medizinischer Versorgung. Das bekannteste Siegel ist der Responsible Wool Standard (RWS).

Welche Alternativen gibt es zu Merinowolle?

Um tierwohlgerechte Merinowolle zu kaufen, empfehlen wir dir auf mulesingfreie Wolle mit Zertifizierungen wie RWS zu setzen, anstatt diese besondere Wollart grundsätzlich zu verteufeln.  Denn jede Wollart hat ihre Kritikpunkte, besonders dann, wenn sie in Masse produziert wird. Wenn du dich dennoch mit Merinowolle nicht wohlfühlst, gibt es Alternativen mit ähnlichen Eigenschaften.

Alpakawolle

Die beliebteste Alternative ist Alpakawolle, da ihre Eigenschaften der von Merinowolle stark ähneln. Als wärmste Wolle der Welt ist sie wärmender als Merino und in höchster Babyalpaka Qualität auch weicher. Alpakawolle kratzt nicht und ist vom Pflegeaufwand her gleichauf mit Merino, doch trocknet sie schnell und neigt nicht zu Pilling Knötchen. Auch treten Alpaka Allergien kaum auf, da die Wolle, anders als Merino, von Natur aus kaum Lanolin enthält. Sie ist leichter im Gewicht als Merino und bietet so einen höheren Tragekomfort. Was Tierschutz angeht, steht auch Alpakawolle aus Südamerika zunehmend in der Kritik. Alpakawolle ohne Tierquälerei erkennst du an Siegeln wie den Responsible Alpaca Standard (RAS), der extra für die tierwohlgerechte Haltung von Alpakas ins Leben gerufen wurde. Da die Wahl zwischen Merino oder Alpaka häufig schwerfällt, werden die Edelfasern auch gerne gemischt. Sie ergänzen sich ideal, Alpaka mit ihrer Wärmeeigenschaft und Merino mit ihrer Atmungsaktivität, mit der sie die Nase vorn hat.

Dicker Winterpullover für Damen aus 100% wärmster Babyalpaka Wolle

Dicker Alpaka Winterpullover Nuna für Damen in weiß von Alpakin

Alpaka Pullover für Herren mit Reißverschluss

Alpaka Pullover Katari für Herren mit Reißverschluss in dunkelblau

Neben Alpakawolle gibt es keine andere Wollart als Alternative. Zwar kann Kaschmir in Betrachtung gezogen werden, da sie weicher ist, doch ist sie weniger wärmend und atmungsaktiv und dabei deutlich höher im Preis. Die Nachteile von Kaschmir was Umwelt und Tierschutz angeht, überwiegen derer von Merino, da Kaschmirziegen nicht geschoren werden, sondern ihr Unterfell mit speziellen Kämmen auf schmerzhafte Weise ausgebürstet wird.

Pflanzliche Naturfasern und synthetische Stoffe

Wenn du eine pflanzliche Alternative zu Merino bevorzugst, kannst du auf Baumwolle, die weichere Pima Baumwolle aus Peru oder Bambusviskose, Hanf und Leinen setzen. Diese Materialien bieten gute atmungsaktive Eigenschaften und sind pflegeleichter als Merino, doch ihre Wärmeleistung kann bei weitem nicht mit der von Wolle mithalten.

Synthetische Fasern wie Polyester und Nylon bieten gute Eigenschaften für Outdoor-Kleidung und sind günstiger im Preis, doch enthalten sie Mikroplastik und sind auch nicht biologisch abbaubar, was bei der Entsorgung zu Umweltschäden führen kann.

Alpaka Herde mit einheimischer Peruanerin von hinten

Tipp

Merino und Alpakawolle als ideale Mischung

Die Mischung aus Alpaka und Merino bei Kleidungsstücken wie warmen Strickjacken und weichen Pullovern kombiniert die besten Eigenschaften der beiden Edelfasern. Beide Wollarten sind weich und durch die Zugabe von Babyalpaka Wolle verringert sich der Lanolin Anteil, der Allergien auslösen kann. Alpakawolle ist am beliebtesten für die Herstellung wärmster Kleidung, da sie siebenmal wärmer als Schafwolle ist. Zugleich ist sie extrem leicht und erzeugt so Kleidungsstücke wie warme Ponchos, die nicht beschweren.

Beide Wollarten bieten ein optimales Feuchtigkeitsmanagement und Merino höchste Atmungsaktivität, was besonders bei Kleidungsstücken, die direkt auf der Haut getragen werden, wichtig ist. Bei Socken musst du dich nicht zwischen Merino oder Alpaka Socken entscheiden, da hier die Mischung aus beiden Wollarten unabdingbar ist. Babyalpaka ist zwar weicher und wärmender und deshalb das beste Material für wärmste Socken und weiche Socken, doch ist sie nicht robust genug für diese Textilien, die stark beansprucht werden und stetig Reibungen ausgesetzt sind. Durch die Zugabe von Merino werden die Socken strapazierfähiger, sodass sich keine Löcher an Zehen und Fersen bilden. Merino und Alpaka sind beste Materialien für Socken, die nicht kratzen, wärmen und zugleich funktional und langlebig sind.

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